Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit

Auch in Ihrer Schule oder Kita ist die Chance groß, dass ein Mädchen beschnitten ist oder von Beschneidung bedroht ist. Um das zu erkennen, brauchen Sie Hintergrundwissen.

Nur selten sprechen die Mädchen oder ihre Eltern offen über diese Tradition, weil die Tabumauer sehr dick ist. Sie können aber Anzeichen erkennen. Die wollen wir Ihnen hier vermitteln.

Mit welchem Begriffen sprechen Sie mit den Betroffenen oder über die Betroffenen. Es empfiehlt sich eine sensible Sprache. Wir sprechen daher nicht von Genitalverstümmelung.

ist das ein religiöses Problem?

Diese Frage kann mit NEIN beantwortet werden. Keine Religion sagt, dass Mädchen beschnitten werden sollen und die Buchreligionen lehnen die Beschneidung ab. Aber z.B. in Eritrea und Ägypten beschneiden die Muslime genauso wie die Christen ihre Töchter.

In Deutschland leben fast 75.000 Frauen, die eine Beschneidung erleben mussten. Mehr als 20.000 Mädchen sind von einer Beschneidung bedroht - auch bei uns!

Schauen wir auf NRW: Allein in unserem Land sind mehr als 15.000 Frauen beschnitten und fast 4.700 Mädchen bedroht. Sie werden mit ihnen in Berührung kommen!

 

Wo werden Mädchen beschnitten?

Oft wird übersehen, dass auch in vielen Ländern Asiens Mädchen beschnitten werden. Besonders Iran und Irak sowie Indonesien werden oft übersehen.

Wie in Irak und Iran ist die Verbreitung von Mädchenbeschneidung nicht flächendeckend, sondern beschränkt sich auf bestimmte Regionen.

Beschneidung findet auch bei uns statt. Das sind die kleinen Flüge in Nachbarländer oder die Ferienflüge in die Heimat. Es wird aber auch bei uns Ärzt*innen und Beschneiderinnen geben.

 

Wie werden Mädchen beschnitten?

Die WHO hat die Schwere der Verletzungen in drei Typen eingeteilt und eine vierte hinzugefügt. Typ III bedeutet, dass die Vagina bis auf eine winzige Öffnung zugenäht ist. 

Kein Vergleich möglich

Entwicklungsbiologisch würde bereits bei Typ I der Penis amputiert.

Wurden früher die Mädchen in der Regel zwischen 6 und 12 Jahren beschnitten, wird die Beschneidung heute häufig bald nach der Geburt durchgeführt.

Die Beschneidung

Wie läuft sie ab und wer beschneidet die Mädchen?

Traditionell sind es die Beschneiderinnen, die es von ihrer Mutter gelernt haben und die Beschneidung meist ohne anatomische Kenntnisse durchführen.

In vielen Ländern wird die Beschneidung aber auch von Fachpersonal und unter sterilen Verhältnissen durchgeführt. Die Folgen bleiben und der

 

Warum werden Mädchen beschnitten?

Ägypter vor 4.000 Jahren

Schon damals gab es die Tradition, Mädchen und Frauen zu beschneiden, konnte an Mumien nachgewiesen werden.

Ein religiöses Problem?

NEIN. In Eritrea und Ägypten z,B. beschneiden die Muslime genauso wie die Christen ihre Töchter.

Wer treibt an?

Es sind vor allem die Großmütter, die die Tradition vorantreiben und dafür sorgen, dass die Mädchen beschnitten werden.

Rolle der Mütter

Die jungen Familien lehnen die Besschneidung ihrer Töchter oft ab, haben aber in der Familie nicht die Macht, sich durchzusetzen.

Rolle der Männer

Sie sind scheinbar nicht beteiligt und werden unwissend gehalten. Andererseits sind sie aber im Hintergrund der Urspung.

 

Was sind die Folgen?

Sehr viele Mädchen verbluten während ihrer Beschneidung oder sterben an Schmerz oder an Entzündungen.

Die Mäddchen leiden nach ihrer Beschneidung ständig. Schlimm wird es mit der Menstruation, weil das Blut nicht abfließen kann.

Da helfen übrigens die Wärmflasche, der Ingwertee, weil der das Blut verdünnt und der Minztee, weil er Entzündungen hemmt.

Mit der Sexualität kommt das nächste Problem. Wer öffnet die Frau? Es ist eine Katastrophe für die Frau, wenn es traditionell der Mann macht, der sie am Ende auch wieder verschließt.

Das sollte in jedem Fall ein Arzt sein, der die Frau auch beratend während der Schwangerschaft begleiten kann. Ein sehr gefährliches Kapitel.

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Was Sie tun können?

Lassen Sie sich beraten

Dr. med. Christoph Zerm untersucht, unterstützt durch Jawahir Cumar Frauen und Mädchen und erstellt Gutachten.

Kontakt über stop mutilation

Agisra e.V.
Martin Straße 20a, 50667 Köln
Frau Shewa Sium
0221/12 40 19 oder
0221/139 03 92
info@agisra(.)org

 

Rekonstruktion bedeutet ein neues Leben für die Betroffenen

 

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